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Yi Jin Jing ist eine sehr alte Trainingsmethode der Shaolin Mönche und zählt zu den Formen des inneren Kung Fu.

Die Bedeutung der Wortzusammensetzung weist auf die Wirkung der aus 12 Übungen bestehenden Form: Methode (Jing) der Transformation (Yi) des Jin, wobei mit Jin der Abstand zwischen zwei benachbarten Gelenken, inklusive Muskeln und Faszien, gemeint ist. Yi Jin Jing wird oft auch als „Muskeln und Faszien veränderndes Qi Gong“ bezeichnet.

Yi Jin Jing steigert die innere und äußere Kraft. Die Gelenksbeweglichkeit wird verbessert. Bänder und Sehnen werden elastisch und flexibel. Der Schwerpunkt liegt auf dem Drehen und Biegen der Wirbelsäule. Durch die bewusste Atemführung kann Yi Jin Jing auch als Atemschulung bezeichnet werden. Das tägliche Training von Yi Jin Jing ist eine optimale Verletzungsprofilaxe für Kampfsportler.

Bei Yi Jin Jing wird der Wechsel und die Balance von Yin und Yang besonders deutlich. Sehr kraftvolle Bewegungen wechseln sich mit sanften und entspannenden Elementen ab.

Die Übungen des Yi Jin Jing entstanden wahrscheinlich, wie „Die acht Brokate“, aus den „Achtzehn Händen des Lohan“. Die Trainingsform wurde der Überlieferung nach von Boddhidharma, dem Begründer des Zen-Buddhismus, im 6. Jahrhundert n.Ch. aus Indien in den Shaolin Tempel (Provinz Henan) gebracht. Um besser für die buddhistische Praxis des langen Meditierens im Sitzen gewappnet zu sein, begannen die Mönche unter Boddhidharma Wushu zu trainieren. Eine dieser ersten Wushu-Formen war Yi Jin Jing.

Da jeder Meister der Kampfkunst seinem Training eine ganz persönliche Note gab, existieren heute viele Variationen dieser Qi Gong Form.

 

Die 12 Übungen des Yi Jin Jing sind

  • Qi in den Körper füllen
  • Den Himmel zum Horizont schieben
  • Den Himmel stützen
  • Einen Stern pflücken und einen Sternenhaufen austauschen
  • Neun Ochsen an ihren Schwänzen zurückziehen
  • Die Krallen zeigen und die Flügel spreizen
  • Neun Geister ziehen ihre Schwerter
  • Drei Teller fallen zu Boden
  • Der schwarze Drache zeigt seine Krallen
  • Der Tiger springt auf seine Beute
  • Sich zum Gruß verneigen
  • Mit dem Schwanz wedeln

 

Verfasst von Dr. Walburga Weilguny – walburga@yamas.org

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